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Das Prinzip Hoffnung - Kinder der Straße
Expose von Gernot Stadler
Fotos Kurt Hörbst


Fußballschulen für Straßenkinder.

Fußball begeistert weltweit hunderte Millionen Menschen, eine Begeisterung die sich regelmäßig in sportlichen Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft oder der bevorstehenden Europameisterschaft beeindruckend
manifestiert. Nirgendwo wird auch deutlicher: Fußball ist ein Milliardengeschäft, für einige wenige jedenfalls.

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Doch für zahllose Menschen, vor allem in den ärmeren Regionen dieser Welt, den Elendsvierteln der Großstädte,
bedeutet Fußball auch Hoffnung. Hoffnung auf ein besseres Leben, Hoffnung auf eine Zukunft.

Fussball

Der in Wien ansässige Verein ,,Jugend eine Welt" hat gemeinsam mit dem Don Bosco Orden der Salesianer dieser Hoffnung ein Gesicht gegeben. In mittlenrueile 23 Ländern in Europa, Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sind
Fußballschulen entstanden, die Kindern und Jugendlichen aus den untersten sozialen Schichten die Möglichkeit
geben, dem Leben auf der Strasse zu entkommen.

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Denn in den Fußballschulen lernen sie mehr als nur Fußball
zu spielen: sie lernen neueFreunde kennen und dass es eine Chance auf ein besseres Leben gibt, wenn man sie nur wahrnimmt. Und vor allem: Kinder dürfen wieder Kinder sein. Sie dürfen spielen - Fußball spielen.

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Golaso in Ecuador
Bereits in den 70er Jahren haben die Salesianer in der ecuadorianischen Hauptstadt
Quito damit begonnen, mit dem Projekt,,Chicos de la Calle" (,,Buben und Mädchen der
Strasse") fernab staatlicher Institutionen ein soziales Netz für Strassenkinder
aufzubauen.

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Es wurde ihnen ein sicherer Platz zum Schlafen, Essen sowie medizinische
Versorgung und Unterstützung beim Einstieg oder bei der Rückkehr in die Schule
angeboten. Gemeinsame Spiele sollten helfen, wieder Vertrauen zu anderen zu finden
und neue soziale Kontakte aufzubauen. Für die meisten Kinder war Fußballjenes Spiel,
das in ihnen den Traum von einem besseren Leben geweckt hat.

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Seit 1991 entstanden
schließlich in verschiedenen Großstädten Ecuadors neben Bildungseinrichtungen und Herbergen auch Fußballschulen, denen die Initiatoren den klingenden Namen Golaso gegeben haben, was in der Sprache der Jugendlichen soviel bedeutet wie "Traum-Tor".

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Leben auf der Strasse
Der Dokumentarfilm "Das Prinzip Hoffnung - Fußballfür Straßenkinder" (Arbeitstitel) zeigt das Leben auf der Strasse, in den Elendsviertel der Großstädte wie Quito oder Guayaquil und begleitet (maximal) drei Kinder bzw. > Jugendliche, die sich dazu entschlossen haben, ihrem Leben in einer der Golasos eine neue Richtung zu geben. Sie träumen davon, einmal ein großer Fußballstar zu werden und im großen Stadion zu spielen. Dazu ist es wichtig, auch jenes von Gewalt geprägte Milieu zu zeigen, aus dem die Kinder durch das Bildungsangebot in den Golasos im wahrsten Sinne des Wortes befreit werden sollen.

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Ausgangspunkt ist die oft dramatische wirtschaftliche Situation der Familien, die aus ländlichen Regionen in die Städte ziehen, in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Fast die Hälfte aller Kinder in Ecuador muss arbeiten, um zum Überleben der Familie beizutragen.

Doch umgekehrt bekommen viele Kinder von ihren Eltern keinerlei Unterstützung. lm Gegenteil, es sind viele Mädchen und Buben für ihre jüngeren Geschwister verantwortlich, vor allem dann, wenn die Mutter Alleinerzieherin ist. Die Welt vieler Kinder ist von unsteten Familienverhältnissen, von Alkohol und Gewalt geprägt. Das Durchschnittseinkommen armer Familien liegt bei USD 150,- pro Monat um die wichtigsten Bedürfnisse für Eltern und drei Kinder zu decken.

Diese Verhältnisse verlangen von Kindern in frühem Alter das Übernehmen von Verantwortung, viele werden anstatt zur Schule auf die Straße geschickt, um dort als Schuhputzer, Autowäscher, Verkäufer von Süßigkeiten oder sogar als Lastenträger am Markt oder am Bahnhof zu arbeiten. lm Laufe der Zeit kommen viele dieser Kinder immer unregelmäßiger oder gar nicht mehr nach Hause zurück, sondern schlagen sich auf der Straße mit Gleichgesinnten durch, konsumieren billige Drogen wie Schusterleim oder verbranntes Styropor, um Hunger und Kälte zu vergessen und leben ein Leben, das von Angst, Misstrauen und Gewalt geprägt ist.

Fussball

Die Reintegration der Kinder und Jugendlichen ist langwieriger Prozess, weswegen für den Film Kinder und Jugendliche ausgewählt werden, die unterschiedlich lange in das Projekt,,Fußball für Straßenkinder" eingebunden sind. Anhand ihrer persönlichen Lebensgeschichten lassen sich die verschiedenen Phasen der Re-lntegration gut nachvollziehen.

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Gezeigt werden auch die verschiedenen Ebenen, in die das Projekt gegliedert ist. Die Fußballtrainings an den Nachmittagen und Wochenenden stellen den sportlichen Schwerpunkt für das Vorankommen der Kinder und die schrittweise Realisierung ihrer Träume dar. Wichtig ist aber vor allem, die Kinder ganzheitlich zu betreuen. Das heißt, ihnen die Möglichkeit zu geben, die oft traumatisierenden Erlebnisse, die das Leben auf der Strasse mit sich bringt, gemeinsam mit Betreuern zu verarbeiten. Die Unsicherheit muss durch persönlichkeitsbildende Angebote überwunden und die fehlende Bildung nachgeholt werden.

Fußball ist von klein auf Teil des Lebens der Kinder und Jugendlichen. Das ist auch das wesentliche Erfolgsrezept des Programms. Golaso beeindruckt vor allem bei der positiven Re-lntegration der Kinder in ihr ursprüngliches familiäres Umfeld. Denn viele Kinder sind letztendlich bereit, zu ihren Familien zurückzukehren.

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Über die drei Protagonisten des Films lernen wir die unterschiedlichen Lebenssituationen der Kinder kennen und sehen auch, wo die Mitarbeiter des Golaso- Projektes - sog. Streetworkers - ansetzen, um möglichst viele Kinder von der Strasse wegzubringen. Sie sprechen die Sprache der Kinder und Jugendlichen, sehen fast aus wie ihresgleichen und nehmen sich viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Der Film zeigt, wie die Kinder und Jugendlichen dann Schritt für Schritt immer stärker in das Projekt und das umfassende Rahmenprogramm eingebunden werden, Vertrauen fassen und schließlich soweit sind. dass sie nicht mehr auf die Strasse zurückkehren wollen.

 

 

Unser Team in Equador!

harald, hermann
Harald, Hermann

 

Dreh
Hermann und Harald

 

hermann, harald, gernot
Hermann, Harald, Gernot


26.02.08

"Hier nur ein kurzer Zwischenbericht aus Quito: die Recherchen gehen gut voran, Marco Arroyo, einer der Jungen ist ein sehr guter Typ, sehr aufgeweckt und intelligent, seine Mutter, Anita, muss als Prostituierte arbeiten, um die 5 Kinder durchzubringen. War auch schon bei Marco und Anita zu Hause, ueber die beiden laesst sich das Problem gut visualisieren. Gestern war ich den ganzen Tag mit zwei jungen oesterr. Projektmitarbeitern unterwegs, u.a. bei Familien, die auf Strassenkreuzungen leben, Zeitungen verkaufen und von den Voluntaeren vor Ort unterrichtet werden. Sehr ergiebig war auch der Besuch einers Muellplatzes, wo ganze Familien davon Leben, Muell zu trennen. Die Kinder werden von den Voluntaeren betreut, sodass sie wenigstens eine Grundschulbildung bekommen. Jeden Sonntag gibt es Fussballspiele. Kurzum, die soziale Situation und die Strategien der Salesianer lassen sich sehr gut darstellen.

Wir werden neben Quito auch in Esmeraldas (an der Kueste im Norden) und in Guyaquil im Sueden drehen, wo wir jeweils auch mit Kindern und Voluntaeren in die Slums, die Schulen etc. gehen. Morgen fahren wir nach Esmeraldas."

Liebe Grüsse

Gernot

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Gernot, Harald und Hermann



04.03.08

Der Dreh lauft gut, waren im Nordwesten in Esmeraldas an der Pazifikkueste, sind seit Freitag abend wieder in Quito, morgen fahren wir fuer drei Tage nach Guayaquil im Sueden.

Liebe Grüsse

Gernot

 

www.gernotstadler.com

www.hoerbst.com